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15. November 2010

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"Heimatfront in Rheinhessen"


Der Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und die direkten Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung waren Thema des aktuellen Frühjahrsvortrags des Geschichtsvereins. Einleitend erschien Thomas Ehlenberger in der Rolle des Leutnants Johann Weber vom Infanterieregiment 117 aus Mainz im "bunten Rock" und berichtete über die Organisation des 40.Gau-Turnfests am 27-29.06.1914 in Gau-Odernheim. Anhand von Fotos und einer Festschrift konnte ein lebendiges Bild des Großereignisses erstellt werden, wobei die militärischen Aspekte der Turnveranstaltung (Militärkapellen, Militärturnen, Organisation etc.) deutlich aufgezeigt wurden. Während des Turnfestes ereignete sich am 28.06.1914 das Attentat von Sarajevo, welches schließlich den 1.Weltkrieg auslöste. Nun stellte Prof.Dr.Kißener von der Uni Mainz die vielfältigen Auswirkungen auf unsere Region dar. Aufgrund der geographischen Nähe zur Westfront gab es hier verstärkt Einquartierungen von Truppenteilen auf dem Durchmarsch. In vielen Orten wurden Kriegsgefangenenlager eingerichtet, deren Insassen in Industrie und Landwirtschaft arbeiten mussten. Hier konnte an zahlreichen Beispielen von sehr humanem Umgang mit den Gefangenen berichtet werden, im Gegensatz zum 2. Weltkrieg. Auf das Lazarettwesen wurde in Wort und Bild detailliert eingegangen, ebenso wie auf die ersten Bombenangriffe, die alliierte Flugzeuge bis in die Mainzer Region trugen. Die weiteren Auswirkungen des Krieges auf Gau-Odernheim sind anhand des Gefallenendenkmals auf dem Friedhof bis heute ersichtlich. Anhand eines Fotos der 21 Gau-Odernheimer Turner von 1914, die alle eingezogen wurden, konnte das Schicksal von 7 jungen Männern aufgezeigt werden, die nicht mehr nach Hause zurückkehrten. Im Anschluss wurde bei einem Gläschen Wein noch ausgiebig über dieses bewegende Thema diskutiert.