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Stammtisch vom 12. Februar 2011

Kunst & Krempel

Schwunghafter Drogenhandel in Gau-Odernheim

Drogen in Gau-Odernheim?Blankes Entsetzen spiegelte sich in den Gesichtern der Besucher des jüngsten "Kunst-und-Krempel-Stammtischs", als die nackten Fakten offensichtlich wurden: in Gau-Odernheim wurde Drogenhandel im großen Stil betrieben. Dieser erfolgte nicht etwa versteckt in dunklen Ecken oder im Deckmantel der Nacht, sondern in aller Öffentlichkeit. In geradezu dreister Art und Weise wurden in einem Geschäftshaus in der Mainzer Straße Drogen unter die Kundschaft gebracht, welche regelrecht in diesen Laden strömten. Diese Vorgänge konnten sogar fotographisch dokumentiert und nun der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

 

 

Nach einer genauen Untersuchung des nebenstehenden Bildes konnte die Anklage jedoch zurückgezogen werden. Im Jahre 1906 eröffnete Franz August Sommerfeld in der Mainzer Straße ein Warenhaus mit Kolonialwaren, Lacken, Chemikalien und - Drogen, wie aufeinem Blechschild rechts am Laden zu lesen ist. Als "Drogen" wurden verschiedene Heilkräuter, Tinkturen, Körperpflege- und Putzmitteln gehandelt, ähnlich dem Sortiment einer heutigen "Drogerie". Über Jahrhunderte hinweg konnte man solche Mittel nur in Apothekenerwerben, erst nach der Reichsgründung wurde der Betrieb von Drogerien genehmigt. Beeindruckend auch eine perfekt erhaltene, über 100 Jahre alte Verkaufstüte für ein Feinwaschmittel, die Manfred Hartmann andiesemAbend stiftete. Sommerfelds Tochter Juliane (bekannt als "Sommerfelds Julche") führte das Geschäft noch bis Ende der 1960er Jahre weiter. Das vorliegende Foto datiert auf den 1.Mai 1933, wobei es sich bei den Menschenmassen nicht um "Drogenkunden", sondern um Teilnehmer des Umzugs zum "Tag der Arbeit" handelt.